Ténéré 700 vs Transalp 750: Schotterpisten oder lange Straßenetappen?
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Die Yamaha Ténéré 700 bietet mehr Bodenfreiheit, mehr Federweg und ein umfassender einstellbares Fahrwerk. Die Honda XL750 Transalp hat mehr Leistung, eine niedrigere Sitzhöhe und einen etwas größeren Tank. Beide haben vorn ein 21-Zoll-Rad. Für die Wahl ist entscheidend, was nach dem Ende des Asphalts kommen soll und wie viele Straßenkilometer davor liegen.

Europäische Standardmodelle des Modelljahrs 2025 mit voller Leistung, ohne Ténéré Rally und Low sowie Transalp E-Clutch. Grundlage sind Herstellerdaten und Fahreindrücke aus einem veröffentlichten Vergleich der überarbeiteten 2025er-Modelle, kein eigener Test. Nur die Höchstgeschwindigkeiten beziehen sich auf die gesondert genannten Versionen.
Ténéré 700 vs Transalp 750: technische Daten
| Merkmal | Yamaha Ténéré 700 | Honda XL750 Transalp |
|---|---|---|
| Motor | Parallelzweizylinder, 689 cm³ | Parallelzweizylinder, 755 cm³ |
| Spitzenleistung | 73,4 PS (54,0 kW) bei 9.000 U/min | 91,8 PS (67,5 kW) bei 9.500 U/min |
| Höchstgeschwindigkeit (Kontext) | 183,6 km/h (Rally, 2025) | 195,6 km/h (Transalp, 2023) |
| Max. Drehmoment | 68 Nm bei 6.500 U/min | 75 Nm bei 7.250 U/min |
| Angegebenes Gewicht | 208 kg Nassgewicht inklusive Öl und vollem Tank | 210 kg fahrfertiges Gewicht |
| Sitzhöhe | 875 mm | 850 mm |
| Bodenfreiheit | 240 mm | 210 mm |
| Federweg vorn/hinten | 210 / 200 mm | 200 / 190 mm |
| Fahrwerkseinstellung | Gabel und Federbein: Federvorspannung, Druck- und Zugstufe | Gabel und Federbein: Federvorspannung |
| Räder vorn/hinten | 21 / 18 Zoll, Speichenräder | 21 / 18 Zoll, Speichenräder |
| Tankinhalt | 16 L | 16,9 L |
Die Gewichte folgen der jeweiligen Herstellerdefinition. Sie stammen nicht aus einer Wägung unter identischen Bedingungen.
Ténéré 700 vs Transalp 750: Höchstgeschwindigkeit
Für die Ténéré 700 Rally werden 183,6 km/h genannt, für die Transalp 195,6 km/h. Die genannten Werte stammen von einer 2025 getesteten Ténéré 700 Rally und einer Transalp des Modelljahrs 2023. Sie belegen keinen Unterschied bei der Höchstgeschwindigkeit der beiden Standardmodelle des Modelljahrs 2025.
Gelände: Die Yamaha bietet mehr Spielraum
Die Ténéré hat nominell 30 mm mehr Bodenfreiheit und an beiden Rädern jeweils 10 mm mehr Federweg. Auf steinigen oder ausgefahrenen Strecken bedeutet die höhere Bodenfreiheit mehr Platz unter dem Motorrad.
Der größere Unterschied liegt in der Dämpfung. An Gabel und Federbein der Yamaha lassen sich neben der Federvorspannung auch Druck- und Zugstufe einstellen. Die Transalp des Modelljahrs 2025 bietet vorn und hinten nur die Einstellung der Federvorspannung. Wer das Fahrwerk auf grobe Pisten und wechselnde Beladung abstimmen möchte, hat bei der Yamaha mehr Möglichkeiten, bevor neue Fahrwerkskomponenten ein Thema werden.
In einem veröffentlichten Vergleich der überarbeiteten 2025er-Modelle spricht das Fahrwerk der Ténéré auf größere Unebenheiten besser an. Beim Fahren im Stehen wird zudem die gute Bewegungsfreiheit hervorgehoben. Die Transalp wirkt in diesem Vergleich straßenorientierter. Da beide dieselben Raddurchmesser haben, spricht für die Yamaha auf Schotter das gesamte Fahrwerkspaket und nicht das 21-Zoll-Vorderrad allein.

Motor: Spitzenleistung und Ansprechverhalten
Die Transalp hat 13,5 kW mehr Spitzenleistung und 7 Nm mehr maximales Drehmoment. Wer im oberen Drehzahlbereich mehr Kraft erwartet, hat damit einen handfesten Grund für die Honda.
Der Fahrvergleich ergänzt, was die Spitzenwerte nicht zeigen. Der Yamaha wird eine gleichmäßige Kraftentfaltung mit gut nutzbarer Leistung im mittleren Drehzahlbereich bescheinigt. Die Honda wirkt unten und in der Mitte weniger direkt und kommt mit steigender Drehzahl stärker zur Geltung. Wer sich langsam durch einen losen Abschnitt arbeitet, braucht vom Motor etwas anderes als jemand, der auf freier Landstraße kräftig beschleunigt.
Elektronische Helfer bieten beide. Die Yamaha hat die Fahrmodi Sport und Explorer, eine abschaltbare Traktionskontrolle und wählbare ABS-Einstellungen. Bei der Honda ergänzt ein konfigurierbarer User-Modus die festen Fahrmodi. Motorleistung und Motorbremse lassen sich einstellen, das Hinterrad-ABS lässt sich abschalten. Lassen Sie sich beim Händler zeigen, wie Sie die Systeme für Straße und Gelände einstellen und welche Einstellungen nach dem Aus- und Einschalten der Zündung erhalten bleiben.
Sitzhöhe und Komfort: Das stärkere Straßenargument der Honda
Die Standardsitzbank der Transalp liegt 25 mm niedriger. Für kleinere Fahrer ist das ein konkreter Unterschied, den sie prüfen sollten. Die Sitzhöhe ist nur ein Ausgangswert, denn die Sitzform und das Einfedern des Fahrwerks bestimmen ebenfalls, wie gut die Füße den Boden erreichen. Setzen Sie sich in Motorradstiefeln auf beide Maschinen und richten Sie sie mit Unterstützung des Händlers vom Seitenständer auf.
Derselbe Vergleich beschreibt die Sitzbank der Honda als bequemer und die Vibrationen als weniger spürbar als bei der Yamaha. Das zählt auf einer Reise, bei der vor der eigentlichen Piste stundenlang Asphalt liegt. Die höhere Bauweise und die Bewegungsfreiheit der Ténéré sind vor allem dann interessant, wenn Sie regelmäßig im Stehen fahren.
Tank und Reichweite: ein kleiner Vorteil für die Transalp
Beide Hersteller geben 4,3 L/100 km an. Mit den angegebenen Tankvolumina ergeben sich theoretische Reichweiten von etwa 372 km für die Yamaha und etwa 393 km für die Honda, also rund 21 km Unterschied.
Die Rechnung berücksichtigt weder Reserve noch nicht nutzbaren Kraftstoff oder Verbrauchsänderungen durch Beladung, Untergrund und Tempo. Der größere Tank der Transalp hilft etwas bei der Planung der Tankstopps. Sitzkomfort und Fahrwerk sollten bei der Wahl des passenden Motorrads stärker wiegen als dieser kleine Reichweitenvorteil.
Fazit
Für Touren, bei denen anspruchsvolle Pisten im Mittelpunkt stehen, ist die Ténéré 700 unsere Wahl. Bodenfreiheit, Fahrwerkseinstellung und Bewegungsfreiheit im Stehen sprechen für diesen Einsatz. Die höhere Sitzbank gehört zu dieser Entscheidung dazu. Prüfen Sie sie vor dem Kauf, statt darauf zu setzen, sich später daran zu gewöhnen.
Für Reisen mit viel Asphalt und unbefestigten Abschnitten ist die Transalp 750 die überzeugendere Wahl. Die niedrigere Standardsitzbank, der beschriebene Sitzkomfort und die höhere Spitzenleistung sprechen für diesen Einsatz. Der Kompromiss ist das weniger einstellbare Fahrwerk. Er wiegt schwerer, wenn die Schotterpassagen zum eigentlichen Zweck der Reise werden.


